Die Datenschutzerklärung auf einer Website ist wie eine Steuererklärung: Jeder braucht eine, niemand will sie schreiben, und die meisten sind falsch. Der Unterschied: Bei der Steuererklärung merkt es das Finanzamt. Bei der Datenschutzerklärung merkt es der Mitbewerber, der Abmahnanwalt oder die Aufsichtsbehörde — und dann wird es teuer.
Art. 13 DSGVO listet exakt auf, was in einer Datenschutzerklärung stehen muss. Das Problem: Die meisten Websitebetreiber nutzen einen Generator, passen den Text nie an und vergessen, dass jede Änderung an der Website — neues Plugin, neuer Newsletter-Dienst, neues Analytics-Tool — eine Aktualisierung erfordert.
Dieser Artikel zeigt dir Schritt für Schritt, wie du eine vollständige, aktuelle Datenschutzerklärung erstellst. Mit Vorlage, Checkliste und einem Prompt, der die komplette DSE für deine Website generiert.
Was muss rein? Die Pflichtangaben nach Art. 13 DSGVO
Art. 13 DSGVO ist die zentrale Norm. Jede dieser Informationen muss in der Datenschutzerklärung stehen — fehlt eine, ist die Erklärung unvollständig und damit angreifbar:
Die 10 Pflichtangaben
1. Verantwortlicher — Name, Adresse, E-Mail, ggf. Datenschutzbeauftragter
2. Datenarten — Welche personenbezogenen Daten werden erhoben (IP, E-Mail, Name...)
3. Zweck — Wozu werden die Daten verarbeitet
4. Rechtsgrundlage — Art. 6 Abs. 1 lit. a/b/c/f DSGVO je Verarbeitung
5. Empfänger — Wer erhält die Daten (Dienstleister, Drittanbieter)
6. Drittlandtransfer — Übermittlung außerhalb der EU mit Garantien
7. Speicherdauer — Konkrete Fristen oder Kriterien
8. Betroffenenrechte — Auskunft, Löschung, Widerspruch etc.
9. Widerruf — Wie kann die Einwilligung widerrufen werden
10. Beschwerderecht — Zuständige Aufsichtsbehörde mit Kontakt
Schritt für Schritt: DSE erstellen
Schritt 1: Dienste-Inventur. Bevor du schreibst, brauchst du eine Liste aller Dienste auf deiner Website. Öffne deine Website in den DevTools (Network-Tab, Inkognito), klicke auf Akzeptieren und notiere jeden externen Request. Typische Kandidaten: Hoster, Analytics, Fonts, CDN, Newsletter, Formulare, Chat, Payment, Embeds (YouTube, Maps, Social), Consent-Tool.
Schritt 2: Pro Dienst dokumentieren. Für jeden Dienst brauchst du: Anbieter (Name, Adresse, Land), erfasste Datenarten, Zweck der Verarbeitung, Rechtsgrundlage, Speicherdauer, ob Drittlandtransfer stattfindet und welche Garantien es gibt.
Schritt 3: Cookie-Tabelle bauen. Die Cookie-Tabelle muss exakt mit dem Cookie-Banner übereinstimmen. Gleiche Kategorien, gleiche Cookie-Namen, gleiche Laufzeiten. Jede Diskrepanz ist ein potentieller Verstoss.
Praxisbeispiel — while.chat
Unsere DSE hat 12 Abschnitte. Der Cookie-Banner hat 3 Kategorien (Notwendig, Statistik, Marketing). Die Cookie-Tabelle in der DSE listet exakt die gleichen Cookies wie der Detail-Layer im Banner: wc_consent (Notwendig), _ga und _ga_* (Statistik), _gcl_au, _gcl_aw und _gac_* (Marketing). Ändert sich ein Cookie im Banner, ändert sich die Tabelle in der DSE — und umgekehrt.
Schritt 4: Betroffenenrechte aufschlüsseln. Nicht "Sie haben verschiedene Rechte." Sondern: jedes Recht einzeln mit Artikel-Nummer. Art. 15 (Auskunft), Art. 16 (Berichtigung), Art. 17 (Löschung), Art. 18 (Einschränkung), Art. 20 (Datenübertragbarkeit), Art. 21 (Widerspruch), Art. 7 Abs. 3 (Widerruf).
Schritt 5: Aufsichtsbehörde angeben. Nicht nur "die zuständige Aufsichtsbehörde", sondern Name, Adresse, Telefon, E-Mail, Website. In NRW z.B.: Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit NRW, Postfach 20 04 44, 40102 Düsseldorf.
Generator vs. selbst schreiben
Generatoren wie eRecht24, Datenschutz-Generator.de oder IT-Recht-Kanzlei liefern eine solide Grundlage. Aber sie haben Grenzen:
Generatoren können
Standardformulierungen für gängige Dienste (GA4, Mailchimp, Stripe etc.) liefern
Die Grundstruktur nach Art. 13 DSGVO vorgeben
Betroffenenrechte korrekt formulieren
Bei manchen Anbietern: automatisch scannen und aktualisieren
Generatoren können nicht
Prüfen ob die aufgelisteten Dienste auch wirklich im Einsatz sind
Dienste erkennen die nicht in ihrer Datenbank sind
Die Konsistenz zwischen Banner und DSE sicherstellen
Individuelle Verarbeitungen (eigene APIs, Custom-Tools) abbilden
Die beste Strategie: Generator als Ausgangsbasis, dann manuell anpassen und mit dem Cookie-Banner abgleichen. Oder: den Claude-Prompt aus der FAP-Sektion nutzen — der generiert eine vollständige DSE basierend auf deiner individuellen Dienste-Liste.
Checkliste: Datenschutzerklärung
Pflichtangaben
Qualität
0 / 13 erledigt
Quellen
Rechtsgrundlagen
Art. 13 DSGVO — Informationspflichten (EUR-Lex)
Art. 14 DSGVO — Daten nicht beim Betroffenen erhoben
Generatoren
Datenschutz-Generator — Dr. Thomas Schwenke
Datenschutz-Generator — eRecht24 (Premium)
Praxisleitfäden
Datenschutzerklärung Website — bussgeldkatalog.org
Wichtiger Hinweis
Dieser Artikel dient ausschliesslich der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Die Inhalte wurden sorgfältig recherchiert, erheben aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Aktualität. Führe immer eine eigene Recherche durch und ziehe bei Unsicherheiten einen auf Datenschutzrecht spezialisierten Rechtsanwalt hinzu. Für die Richtigkeit der Angaben wird keine Haftung übernommen.
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