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Claude AI: Blog bauen und auto-publishen
work · Tech & KIJuni 202612 Min. LesezeitMax Götte

Claude AI: Blog bauen und auto-publishen

Mittwochabend. Drei Stichpunkte in der Notizen-App: „MCP-Server aufgesetzt. Vier Stunden. Drei davon Debugging." Am nächsten Morgen steht ein fertiger Blogartikel auf der eigenen Domain. Formatiert, mit Schema-Markup, deployed. Ohne dass jemand einen Texteditor geöffnet hätte.

Das ist kein Konzept. Das ist ein laufendes System. Es besteht aus fünf Claude Skills, die wie Zahnräder ineinandergreifen: Eine Schicht dokumentiert, eine schreibt, eine kuratiert, eine deployed. Die fünfte sorgt dafür, dass sich das System selbst verbessert.

Dieser Guide zeigt das vollständige Setup. Von der Frage, was Skills und MCPs überhaupt sind, über die Pipeline-Architektur bis zum konkreten Workflow, der aus Alltagsnotizen Blogartikel mit Affiliate-Einnahmen generiert.

Das beste Content-System ist das, das du nicht als Arbeit empfindest. , while.chat Redaktionsprinzip

// 01 / 08Die Pipeline

Die gesamte Kette lässt sich in fünf Stufen darstellen. Du lieferst den rohen Input, alles andere orchestriert Claude. Think of it as a decay chain in nuclear physics: Jede Stufe transformiert den Zustand, bis am Ende ein stabiles Endprodukt steht.

5-Stufen-Pipeline: von Input zu fertigem Blog-Post Input

Dein Alltag

Skill 01

Logging

Skill 02

Writer

Skill 03

Research

Output

git push

feedback loop

// 02 / 08Was sind Skills?

Ein Skill ist ein Bündel aus Anweisungen, Beispielen und optional Code, das Claude für eine spezifische Aufgabe lädt. Physikalisch gedacht: ein Eigenzustand. Statt dass das Modell bei jeder Anfrage in einer Superposition möglicher Verhaltensweisen operiert, kollabiert ein Skill den Zustand auf ein definiertes, reproduzierbares Verhalten.

bedeutet das drei Dinge.

Die technische Struktur ist minimal: Eine Markdown-Datei mit Frontmatter (Name, Beschreibung) und Anweisungen. Claude lädt sie bei Bedarf schrittweise, progressive disclosure, vergleichbar mit Lazy Loading in der Webentwicklung.

SKILL.mdblog-writer# Blog Writer Skill
Rolle: "Ghostwriter für Personal Tech Blog"
Zielgruppe: "Entwickler:innen, Knowledge-Worker"
Ton: "praxisnah, leicht ironisch, kein Marketing-BS"
Struktur:
1. Persönlicher Hook
2. Problem schildern
3. Lösung skizzieren
4. Schritt-für-Schritt-Guide
5. CTA → "Melde dich bei mir"

// 03 / 08Was sind MCPs?

MCP steht für Model Context Protocol. Wenn Skills die definierten Zustände sind, dann ist MCP das Austauschboson, der Träger der Wechselwirkung zwischen Claude und deiner Infrastruktur.

Ohne MCP bleibt Claude im Chat-Fenster isoliert. Es kann Text verarbeiten, aber nicht mit deiner realen Umgebung interagieren. MCP ändert das fundamental: Es schafft standardisierte Schnittstellen, über die Claude dein Git-Repo lesen und beschreiben kann, dein Blog-Backend versteht, Analytics abruft, Dateien anlegt.

Die Analogie zum Labor: Ohne MCP ist Claude ein Theoretiker, der Formeln aufschreibt. Mit MCP wird es zum Experimentalphysiker, der direkt an den Instrumenten arbeitet, immer innerhalb definierter Sicherheitsgrenzen, immer nachvollziehbar protokolliert.

Für einen Personal Blog bedeutet das konkret: Skills werden nicht bloß „schlaü Prompts", sondern echte Workflows, die an deiner Deployment-Pipeline hängen. Claude kann Markdown-Dateien in dein Repository schreiben, und ein git push später ist der Artikel live.

// 04 / 08Agentic Teams

Statt eines einzelnen Agenten, der alles macht, baust du dir mehrere spezialisierte Agenten, die sich Arbeit zuspielen. Das Prinzip kennt die Physik als Arbeitsteilung in gekoppelten Systemen: Jedes Subsystem ist auf seinen Zustandsraum optimiert, die Kopplung zwischen ihnen erzeugt emergentes Verhalten, das keiner allein leisten könnte.

Ein koordinierender Agent bricht deine Anfrage in Teilaufgaben. Die Outputs sind verkettet: Research → Outline → Draft → Review → SEO-Check. Du gibst nur die Intention vor. Das Team liefert 80–90 % der Strecke bis zum git push.

Das Agenten-Team und seine Rollen AgentAufgabeOptimiert auf ResearchWeb & eigene Notizen durchforsten, Quellen sammeln, Gegenargumente findenTiefe + Aktualität KuratorTagesnotizen sortieren, Learnings markieren, Content-Hooks verknüpfenWiederverwertbarkeit WriterAus Kurator-Output Artikel im definierten Stil bauenKlarheit + Persönlichkeit EditorLogik, Lesbarkeit, Konsistenz prüfen, Kürzungen vorschlagenQualitätssicherung SEOKeyword-Feinschliff, Metadaten, interne Links, Social SnippetsAuffindbarkeit AffiliatePassende Produktkategorien finden, Snippets generierenRelevanz ohne Hard Sell

Das Entscheidende: Jeder Agent bekommt dein Schreibstil-Dokument, deine Beispielartikel und eigene Datenquellen via MCP. Über Feedback-Schleifen werden die Agent-Skills laufend nachgeschärft. Aus „einer KI" wird über die Zeit ein auf dich zugeschnittenes Team, das deine Handschrift kennt.

// 05 / 08Die 5 Skills

01 · daily-log · trigger: manuell, abends

daily-log

Nimmt rohe Tagesnotizen, Meeting-Stichpunkte, Ideen, Erkenntnisse, und strukturiert sie in Kontext, Aktionen, Learnings und Content-Hooks. Output: eine saubere Markdown-Datei pro Tag. 5–10 Minuten am Abend reichen. Du denkst nicht darüber nach, ob etwas Blog-würdig ist. Du dokumentierst. Claude sortiert.

02 · blog-writer · trigger: auf Befehl

blog-writer

Holt sich eine Log-Datei, generiert daraus einen fertigen Artikel in deinem Wunschstil: Hook, Kontext, Schritt-für-Schritt, Fazit, CTA, alles nach deinem Rulebook. Du bist nicht mehr der Texter. Du bist der Kurator, der entscheidet, welche Notizen zu Artikeln werden.

03 · auto-research · trigger: auto (keyword)

auto-research

Keyword-Watcher im Skill: Tauchen Begriffe wie „Vercel", „Affiliate" oder „MCP" in einem Artikel auf, startet Claude automatisch einen Research-Subworkflow. Zusammenfassung, 2–3 aktuelle Best Practices, 3 verlinkbare Ressourcen, ohne manuellen Anstoß.

04 · affiliate-kurator · trigger: nach blog-writer

affiliate-kurator

Liest den fertigen Artikel, analysiert Thema und Zielgruppe. Schlägt 3–7 Produktkategorien vor, Bücher, Tools, Kurse, und generiert fertige Textbausteine: Ressourcen-Abschnitt am Ende, dezente Textlinks im Fließtext. Kein Hard Sell, nur kontextuelle Relevanz.

05 · portfolio-gen · trigger: manuell

portfolio-gen

Baut aus ausgewählten Artikeln kompakte Cases: „So habe ich Workflow X automatisiert." Für deine Portfolio-Seite, LinkedIn-Posts, Kundenakquise. Aus einem Blog wird ein lebendiger Beweis deiner Kompetenz.

// 06 / 08Deployment

Minimal-Stack

Blog als Repository: Next.js mit MDX auf GitHub. Hosting: Vercel. Eigene .de-Domain für dein Personal Brand. Das reicht. Alles Weitere ist Content und Skill-Logik.

Der Workflow reduziert sich auf drei Schritte: Claude generiert Markdown-Dateien. Du checkst sie kurz durch. git push, Vercel baut und deployed automatisch. Pipeline: Alltag → Notiz → Artikel → Live.

~/mein-blogshell$ claude "Schreib einen Artikel aus dem Log von gestern"
Generating post from /logs/2026-03-16.md ...
Auto-research triggered: "Vercel", "Skills"
Affiliate suggestions: 3 products matched
Created: /posts/warum-nur-claude.mdx
$ git add . && git commit -m "feat: new post" && git push
Vercel: Build succeeded. Live at mein-blog.de

// 07 / 08Warum nur Claude?

Der Kernpunkt ist provokant einfach: Du brauchst keine zehn spezialisierten Tools, nur weil dein Alltag komplex ist. Du brauchst ein System, das mit dir mitdenkt, sich deine Prozesse merkt und sich an deine Sprache anpasst.

Es denkt in Workflows, nicht in Einzelantworten. Andere Modelle generieren Text. Claude orchestriert Prozesse, vom Logging über Research bis zum fertigen Artikel mit Affiliate-Einbindung. Der Unterschied ist derselbe wie zwischen einem Taschenrechner und einem CAS: Ersterer löst Gleichungen, Letzterer modelliert Systeme.

Es lässt sich in Skills kapseln. Wiederkehrende Tätigkeiten werden zu stabilen, reproduzierbaren Workflows. Kein Prompt-Roulette, keine Qualitätsschwankungen. Jeder Run liefert vergleichbare Ergebnisse, wie eine kalibrierte Messapparatur.

Es baut aus Chaos Struktur. Rohe Notizen, Chat-Snippets, Ideenfetzen, Claude macht daraus ein konsistentes Wissenssystem und veröffentlichbare Inhalte. Zuverlässig. Jeden Tag. Ohne dass du dir überlegst, wo du was ablegst.

Am Ende geht es nicht darum, ob Claude das „bessere Modell" ist. Es geht darum, ob du ein Werkzeug willst, das sich als Kurator und Co-Denker anfühlt, nicht als Chatbot, den du jedes Mal neu briefen musst. Wenn die Antwort Ja ist, reicht genau dieses eine Tool. Und ein bisschen Disziplin, jeden Tag fünf Minuten deinen Alltag reinzuwerfen.

„Du bist dann natürlich Claudes PERSONlicher co-kurator .. weil du ein Mensch bist you know xDDDD“ , Max

// 08 / 08Experiment: Dein erstes Skill-Setup in 5 Minuten

Erstelle einen Ordner ~/.claude/commands/ und lege eine Datei log.md an mit dem Inhalt:

~/.claude/commands/log.mdpromptNimm meine Notizen und formatiere sie als strukturiertes
Arbeitslog mit Datum, Kontext und gelernten Lektionen.
Speichere das Ergebnis in ~/Documents/logs/

Jetzt kannst du in Claude Code /log tippen, und dein erster Skill läuft. Das ist die Basis. Alles andere baut darauf auf.

Zum Thema: Web Dev for Vibe Coders, Der komplette Guide 2026

Häufige Fragen

Quellen & Vertiefung

  • Anthropic (2026). Claude Code Documentation: Skills & Custom Commands. docs.anthropic.com
  • Anthropic (2026). Model Context Protocol (MCP) Specification. modelcontextprotocol.io
  • Vercel (2026). Deployment Documentation & Auto-Deploy. vercel.com/docs

// micro-journal

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Ein Satz reicht. Das Journal bleibt lokal in deinem Browser — kein Konto, kein Server.

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Max Götte

SEO Strategist · Founder · while.chat

SEO-Berater aus Bochum. Spezialisiert auf technisches SEO, Local SEO und Generative Engine Optimization für KMU im DACH-Raum. Von Audit über Content-Strategie bis Local SEO, evidenzbasiert, ohne Hype-Versprechen.

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FAQ

Runbook, wie ein Messprotokoll für Gedanken

Ein schriftlich fixiertes Vorgehen mit Checklisten, Beispielen, Dos & Don'ts. Claude befolgt es strikt. Die Varianz im Output sinkt drastisch, vergleichbar damit, ein Experiment unter kontrollierten Bedingungen zu wiederholen statt jedes Mal die Apparatur neu aufzubauen.

Rollenbesetzung, spezialisierte Zustände

Du gibst Claude eine Rolle, „Senior Tech Blogger", „SEO-Kurator", „Produkt-Researcher", samt Regeln. Es spielt diese Rolle konsistent. Du definierst einmal, wie dein System funktionieren soll. Danach führst du nur noch aus.

Gedächtnis-Modul, kein Prompt-Roulette

Skills werden als Dateien gespeichert (SKILL.md), nicht als flüchtige Chat-Nachrichten. Sie persistieren. Du kannst sie versionieren, teilen, verbessern. Wiederkehrende Tätigkeiten, Artikel schreiben, Notizen sortieren, Recherchen, Produktvorschläge, werden zu stabilen Workflows statt einmaliger Chat-Sessions.

Was sind Claude Skills genau?

Skills sind Markdown-Dateien, die Claude als Slash-Commands ausführt. Sie definieren ein Runbook (Anweisungen), können Rollen zuweisen und auf Gedächtnis-Dateien zugreifen. Kein Code, keine API, nur strukturierter Text, der Claude sagt, was zu tun ist.

Brauche ich Programmierkenntnisse?

Für das Skill-Setup nicht. Skills sind Markdown. Für das Git-Deployment brauchst du Basis-Verständnis von git push, aber Claude übernimmt auch das auf Befehl. Vercel deployed automatisch bei jedem Push.

Was kostet das Setup?

Claude Code Subscription (ab $20/Monat), Vercel Free Tier (reicht für den Anfang), GitHub Free. Keine weiteren Tools nötig. Die Investition liegt in deiner Zeit, nicht im Stack.

Funktioniert das mit jedem Blog-Framework?

ja. Dieses Setup nutzt statisches HTML auf Vercel (kein Framework, maximale Kontrolle). Aber Skills können auch Next.js, Astro oder Hugo-Projekte bedienen, der Output muss nur zum Repository passen.